PuschkinhausEnde des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude mehrfach umgebaut. Die Fassade bekam ihr neoklassizistisches Gesicht und die Straßenseite wurde mit einer Einfriedung nach Zeichnungen von Carl Hochhaus versehen.

In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte sich das Logenhaus zu einem Treffpunkt für viele kulturelle Aktivitäten der Region und erreichte mit dieser Wirkung auch die Nachbarstädte.

Nach dem Verbot der Freimaurerei in Deutschland im Jahre 1935 wurde die Mühlhäuser Loge enteignet und die Immobilie fiel an die Stadt Mühlhausen. Eine Nutzung als Ausstellungshalle des Museums, als Stadtbücherei und später als Speicher begann.

Im städtischen Archiv tauchen Informationen zum Haus erst zum Jahr 1948 wieder auf. Wie bei weiteren Logenhäusern im Osten Deutschlands wurde als Eigentümer die „Gesellschaft zum Studium der sowjetischen Kultur“ (DSF), die später zur „Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft“ wurde, eingetragen. Die Bauunterlagen dieser Zeit zeigten den Umbau zu einem Kulturhaus nach Zeichnungen von Reinhold Schaefer.

Mit Tanz- und Sportveranstaltungen, Vorträgen, Lesungen, Freilichtkonzerten und Filmabenden, aber auch mit den ersten Diskotheken in den 1970-iger Jahren, kam wieder Leben ins Haus, das nunmehr den Namen des großen russischen Dichters Alexander Puschkin trug.

Da eine der internationalen „Pugwashkonferenzen“ gegen Wettrüsten und für Abrüstung vom 26. bis 31. August 1976 im Haus stattfand und damit viele Augen auf das Gebäude gerichtet waren, erlebten die Immobilie und der Garten eine „investive“ Renaissance.

Nach der Wende wurde, nach Versuchen der kurzzeitigen Weiternutzung durch eine Nachfolgergesellschaft der DSF, das Puschkinhaus geschlossen. Das Haus fiel Mitte der 1990-iger Jahre an die Großloge „Zu den drei Weltkugeln“ in Potsdam.

PuschkinhausDas Priorat für Kultur und Soziales gemn. e. V., ein 1990 auf Initiative der neuentstandenen Mühlhäuser Freimaurerloge gegründeter Verein, kaufte am 5. März 1999 die Immobilie und begann mit aufwendigen Renovierungen in Haus und Garten.

Die erste freimaurische Arbeit fand am 24. September 2000 an „alter neuer“ Stätte statt.

Das Restaurant öffnete seine Türen am 2. Dezember des gleichen Jahres und im Sommer 2002 kam der Puschkingarten als Bier- und Veranstaltungsgarten hinzu.

Das Ensemble „Puschkinhaus und Garten“ wurde im April 2006 um das Gästehaus Weidenmühle erweitert.